Wie sagt man denn jetzt zu behinderten Menschen?

Sprache ist so mächtig! Umso wichtiger ist es, dass wir bewusst mit ihr umgehen, damit sich jeder Mensch bei uns in der ARD und beim NDR wohl und in unserem Content gut repräsentiert fühlt. 

Noch zu häufig passiert es, dass Menschen auf ihre Behinderung reduziert werden. Und auch wenn meine Behinderung fest zu meiner Identität gehört, zeichnet mich doch so viel mehr aus. Um dieser Eindimensionalität etwas entgegen zu setzen und Euch das Leben leichter zu machen, habe ich Euch mal aufgeschrieben, wie man am besten über Menschen mit Behinderungen spricht.

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Infografik mit dem Titel: Wie sagt man denn jetzt zu behinderten Menschen? Richtig: „Mensch mit Behinderung“ kommt aus der Person-first-Sprache. Der Mensch steht im Vordergrund und wird nicht auf seine Behinderung reduziert. Richtig: „Behinderter Mensch“ kommt aus der Identity-first-Sprache. Hiermit machen die Menschen deutlich, dass die Behinderung ein untrennbarer Teil ihrer Identität ist. Falsch: „Behinderte“ stößt bei den meisten Menschen mit Behinderung auf Ablehnung. Viele empfinden ihn als abwertend, weil er sie auf ihre Behinderung reduziert. Falsch: „Menschen mit Handicap“, „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“, „Menschen mit Beeinträchtigungen“ sind Euphemismen, die dazu führen, dass das Thema Behinderung tabuisiert wird. Es impliziert, dass Behinderung etwas Negatives ist, das nicht ausgesprochen werden darf. Behinderte Menschen können selbst wählen, wie sie sich bezeichnen. Das gilt es zu respektieren. „Behinderung“ ist kein böses Wort. Aber die Menschen, die es als Schimpfwort missbrauchen, haben dafür gesorgt, dass sich viele dabei unwohl fühlen, es für seine eigentliche Bedeutung zu verwenden. Deshalb gibt es viele Euphemismen. Sie dienen dazu, sich mit einem Thema wohler zu fühlen. Zum Beispiel „besonders“, „Handicap“ oder „special needs“. Allerdings haben diese beschönigenden Umschreibungen einen verheerenden Nebeneffekt: Das Thema wird weiter tabuisiert. Und da „Behinderung“ auf Englisch „Disability“ heißt, ist auch „Handicap“ ein Euphemismus und in der Debatte um Repräsentation nicht zielbringend.

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